Mikroneedling oder Mikrodermabrasion: Was ist der Unterschied?
Beide Behandlungen erneuern die Haut, und beide klingen ähnlich. Sie setzen aber an verschiedenen Stellen an: Die Mikrodermabrasion arbeitet an der Oberfläche, das Mikroneedling in der Tiefe.

Kurz gesagt
- Die Mikrodermabrasion trägt abgestorbene Hautzellen ab. Die Haut wirkt danach sofort glatter.
- Das Mikroneedling setzt feinste Einstiche. Die Haut bildet neues Kollagen und wirkt über Wochen straffer.
- Nach der Mikrodermabrasion sieht man kaum etwas, nach dem Mikroneedling ist die Haut ein bis zwei Tage gerötet.
- Welche Behandlung passt, zeigt die Hautanalyse.
Mikrodermabrasion: Arbeit an der Oberfläche
Die oberste Hautschicht, die Hornschicht, besteht aus abgestorbenen Zellen. Sie schützt die Haut. Wird sie zu dick, wirkt der Teint fahl und rau.
Bei der Mikrodermabrasion gleitet ein feiner Aufsatz über die Haut, trägt diese Zellen ab und saugt sie gleichzeitig ab. Danach fühlt sich die Haut glatter an, feine Linien treten zurück, und Pflege zieht besser ein. Weil nichts in die Haut eindringt, spüren Sie nur ein leichtes Saugen und ein feines Kratzen.
Mikroneedling: Anstoss aus der Tiefe
Beim Mikroneedling setzen sehr feine Nadeln winzige Einstiche in die Haut. Die Haut verschliesst sie innert kurzer Zeit und bildet dabei Kollagen und Elastin, die Fasern, die ihr Halt und Spannkraft geben.
Dieser Effekt baut sich über Wochen auf, nicht über Nacht. Gleichzeitig öffnen die Einstiche Kanäle, durch die Wirkstoffe tiefer in die Haut gelangen. Deshalb trage ich während des Mikroneedlings immer ein passendes Wirkstoffkonzentrat auf.
Der Vergleich
| Mikrodermabrasion | Mikroneedling | |
|---|---|---|
| Wirkt | an der Oberfläche | in tieferen Hautschichten |
| Prinzip | trägt die Hornschicht ab und saugt sie ab | feine Einstiche regen die Bildung von Kollagen an |
| Geeignet für | fahle, raue und verhornte Haut, feine Linien | müde Haut, feine Linien, vergrösserte Poren, unebenes Hautbild |
| Gefühl | leichtes Saugen und Kratzen | Kribbeln bis leichtes Stechen |
| Danach | höchstens leicht gerötet | ein bis zwei Tage gerötet |
| Nicht geeignet bei | sehr empfindlicher Haut, Couperose, akuten Entzündungen | akuten Entzündungen, offenen Wunden, aktiver Akne |
Welche Behandlung passt zu mir?
Wirkt Ihre Haut vor allem fahl und rau, ist die Mikrodermabrasion der bessere Anfang. Sie zeigt sofort Wirkung und braucht keine Erholungszeit.
Geht es um feine Linien oder grosse Poren, spricht mehr für das Mikroneedling. Es verlangt etwas Geduld und wirkt dafür in der Tiefe.
Den Ausschlag gibt die Hautanalyse vor der ersten Behandlung. Bei sehr empfindlicher Haut ist manchmal keine der beiden Behandlungen der richtige Start, sondern eine beruhigende Gesichtsbehandlung.
Nach der Behandlung
Nach beiden Behandlungen reagiert die Haut empfindlicher auf Sonne. Tragen Sie in den Wochen danach täglich Sonnenschutz, auch im Winter. Nach dem Mikroneedling verzichten Sie zusätzlich am ersten Tag auf Make-up und in den ersten Tagen auf Sauna und Solarium.
Häufige Fragen
Was ist schmerzhafter?
Die Mikrodermabrasion ist kaum zu spüren. Beim Mikroneedling spüren die meisten ein Kribbeln oder ein leichtes Stechen, je nach Hautstelle.
Wie viele Behandlungen braucht es?
Bei beiden wirkt eine Serie mehr als eine einzelne Behandlung. Zwischen zwei Terminen braucht die Haut einige Wochen Zeit, um sich zu erneuern.
Kann ich beide Behandlungen machen?
Ja, abwechselnd und mit genügend Abstand. Den Plan dafür machen wir nach der Hautanalyse.


